Spielplan

Oper

 

DER KAISER VON ATLANTIS

ODER DIE TOD-VERWEIGERUNG

Werkstatt

VIKTOR ULLMANN (1898 –1944)

Spiel in einem Akt
Dichtung von Peter Kien
Koproduktion mit dem Beethovenfest Bonn 

Im September 1942 wurde der Komponist Viktor Ullmann ins Konzentrationslager Theresienstadt gebracht, wo neben zahlreichen weiteren Werken, darunter Klaviersonaten und Liedern, die Oper DER KAISER VON ATLANTIS auf ein Libretto seines Mithäftlings Peter Kien entstand. Zu einer Aufführung in diesem „Vorzeigelager“ der Nationalsozialisten kam es jedoch nicht mehr.

Das Thema war bildhaft und aussagekräftig; keiner, der nicht verstanden hätte, dass es um Hitler und um den Weltkrieg ging:

Der Kaiser von Atlantis herrscht als Tyrann über sein Land und führt Krieg, weil er sich bereichern und größere Macht gewinnen will. Durch den Trommler lässt er den Krieg aller gegen alle verkünden. Daraufhin verweigert der Tod seinen Dienst, um  „die Zukunft der Menschen groß und lang“ zu machen, er verweigert sich ganz und streikt. Nun stirbt überhaupt niemand mehr. Das Leben verfällt in Lähmung ohne den Tod, der Kaiser kann nichts mehr ausrichten, sein Land versinkt im Chaos. Verzweifelt fleht der Herrscher in seiner Ohnmacht den Tod an, mit seinem Werk doch wieder fortzufahren. Aber vergeblich. Am Ende willigt der Tod schließlich ein, seine Rolle wieder zu spielen, stellt aber zur Bedingung, dass der Kaiser sein erstes Opfer werden solle.

Teil der Aufführung ist Karl Amadeus Hartmanns Sonate 27. APRIL 1945 für Klavier, in der der Komponist den Todesmarsch von Häftlingen des Konzentrationslagers Dachau, dessen Augenzeuge er hatte werden müssen, musikalisch verarbeitet. 

 

Besetzung

Kaiser Overall Giorgos Kanaris
Der Lautsprecher/Tod Leonard Bernad
Harlekin/Pierrot/Soldat Christian Georg
Bubikopf/Mädchen/weiblicher Soldat Rose Weissgerber
Der Trommler Charlotte Quadt
Piano Solo Ben Cruchley /  Julia Strelchenko


Musikalische Leitung Hermes Helfricht / Stephan Zilias
Inszenierung Seollyeon Konwitschny
AusstattungHelmut Brade
Licht Thomas Roscher


Regieassistenz und Abendspielleitung Lea Peffekoven
Studienleitung Julia Strelchenko
Inspizienz Karsten Sandleben
Soufflage und Sprachcoach Stefanie Wüst


Statisterie des Theater Bonn
Beethovenorchester Bonn