Schauspiel

Monatsspielplan

 

HOUSE OF HORROR [Uraufführung]

THEATER. FRAUEN. MACHT.

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29 Jun 19:30 H Fällt aus
Schauspielhaus

Text: Christine Lang und Volker Lösch

Lucretia, Antigone, Penthesilea, Ophelia, Julie und all die anderen. Die Literaturgeschichte ist voller toter Frauen: vergewaltigt, ermordet, zum Schweigen gebracht. Von Vätern, Brüdern, Liebhabern. Und sie erstechen sich selbst, ertränken sich, springen in Tiefen, sie sterben aus Verzweiflung oder im Wahn. Diese Frauenfiguren und ihre Nachfolgerinnen bevölkern bis heute die Bühnen der Theater, die Leinwände und Bildschirme.
In HOUSE OF HORROR erwecken die Schauspielerinnen und Schauspieler alte Rollen zu neuem Leben. Diese Rollen aber beschweren sich: niemand hat sie gefragt, ob sie überhaupt noch gespielt werden wollen. So werden sie zu Klagegeistern, die die Keller und toten Winkel des Theaters bevölkern. Man muss die Untoten erlösen und darauf hören, was sie uns zu sagen haben! 

2017 wurden in Deutschland 149 Frauen getötet, meistens von ihrem (Ex-)Partner. So kommt alle zwei bis drei Tage eine Frau um. 114.000 Frauen wurden von ihren Partnern „bedroht, gestalkt, eingesperrt, sie wurden geschlagen, vergewaltigt, verbrüht, gewürgt, mit der Axt oder einem Messer traktiert“ (Der Spiegel). Bezeichnet werden diese Frauenmorde, als wären sie aus dem Theater, als „Familientragödie“ oder „Eifersuchtsdrama“. Aber spricht die hohe Zahl nicht von etwas anderem? Was hat sie zu bedeuten in Zeiten der Gleichberechtigung?

Regisseur Volker Lösch (WAFFENSCHWEINE, NATHAN, BONNOPOLY) und sein Team stellen Fiktion und Realität in Zusammenhang, in dem sie einen Blick auf das Theater selbst werfen. Das Theater – eigentlich ein Ort, an dem die Gesellschaft kritisiert und Utopien entworfen werden können – ist von patriarchalen Machtstrukturen durchdrungen, ebenso wie andere Institutionen der Stadt. Schauspielerinnen und Schauspieler, Frauen wie Männer, sind diesen Strukturen ausgesetzt, im Vorsprechen, bei der Rollenauswahl – und sie werden sichtbar in der Höhe der Gagen und Gehälter.

In HOUSE OF HORROR kommen Schauspielerinner und Schauspieler sowie Bonner Bürgerinnen und Bürger mit ihren Geschichten und Erfahrungen zu Wort, die zurück zu der Frage führen, was das Sterben der Frauen in unserer Literaturgeschichte mit uns heute zu tun hat, und wie wir die Fiktion verändern müssen, um in der Realität etwas zu bewegen.

Besetzung

Es spielen

Sophie Basse,
Daniel Breitfelder,
Annika Schilling,
Birte Schrein,
Lydia Stäubli,
Daniel Stock,
Sandrine Zenner

und

Julia Bogner-Dannbeck,
Sophie Anastasia Botschek,
Sophie-Bo Heinkel,
Lioba Maria Pinn,
Laila Noemi Riedmiller,
Pia Rodriguez

RegieVolker Lösch
BühneJulia Kurzweg
KostümeAnnegret Riediger
VideoThilo Schmidt
LichtMax Karbe
DramaturgieElisa Hempel, Christine Lang
RegieassistenzJulie Grothgar
Co-RegieassistenzSarah Braun
BühnenbildassistenzFlorence Klotz
KostümassistenzLara Hohmann
InspizienzAndreas Stubenrauch
SoufflageAngelika Schmidt
RegiehospitanzIra Schröder
TranskriptionRiccarda Schemann


Film HOUSE OF HORROR


Birte, Elsa von Freytag-LoringhovenBirte Schrein
Sandrine, Penny-Peaches                          Sandrine Zenner
Jack the Ripper, Maria Schneider            Annika Schilling
Star-Regisseur, Marlon Brando, IntendantDaniel Breitfelder
Bernardo Bertolucci, Bertolt Brecht        Daniel Stock
Catherine Deneuve, Olympe de GougesLydia Stäubli
Elisabeth Hauptmann                                   Sophie Basse


Arbeiterinnen Julie Grothgar,
Male Günther,
Elisa Hempel,
Lara Hohmann,
Florence Klotz,
Annegret Riediger,
Ira Schröder


Komparsinnen Maya Ghahramanyan,
Nadja Groß


Regie Christine Lang,
Volker Lösch
Kamera   Thilo Schmidt
TonFilipp Forberg
MontageChristine Lang
PostproduktionLars Figge
Zusätzliche Sounds         Ulrich Reuter
SzenographieJulia Kurzweg,
Florence Klotz
KostümAnnegret Riediger,
Lara Hohmann
SetassistenzSarah Braun,
Julie Grothgar,
Ira Schröder
Technische Unterstützung action concept,
REC-TEC