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"Manchmal höre ich von ganz weit weg eine leise Musik"

Die neue Produktion im mobilen Theatercontainer SOPHIE UND DAS GEHEIMNISVOLLE FLÜSTERN DIESER WELT steht in den Startlöchern.

Erzählt wird die Geschichte der neunjährigen Sophie, einem mutigen, unerschrockenen Mädchen, das von einem unbekannten, merkwürdig faszinierenden Riesen in eine fremde Welt voller Gefahren und Geheimnisse entführt wird. Eine Welt, in der sich die Dinge klingend verwandeln.

Ein besonderer Fokus liegt für Sebastian Bauer, Regisseur dieser Stückentwicklung, im Experimentieren mit neuen Hörerfahrungen. Er beschreibt, was sich für ihn hinter dem Untertitel HÖRTHEATER FÜR VERMISCHTE OHREN verbirgt: „Unter ‚Hörtheater‘ verstehe ich eine Form, die das Hören in besonderer Weise erfahrbar macht. Im Zusammenspiel von Bild und Ton versuchen wir vorrangig auf akustischer Ebene Anregungen für die eigene Fantasie zu geben. Wie bei einem Hörspiel entstehen so die Bilder vor allem im Kopf der Zuhörerinnen und Zuhörer. Trotzdem gibt es natürlich immer auch etwas zu sehen!

"Jeder Traum hat seine eigene Musik"

Zu der Wortschöpfung FÜR VERMISCHTE OHREN haben mich Besetzungsangaben wie zum Beispiel ‚für Klavier zu vier Händen‘ oder ‚für gemischten Chor‘ inspiriert. Da die Darsteller sich vor allem hörend durch unser Stück bewegen und außerdem in der Geschichte ein Paar sehr spezielle Ohren eine große Rolle spielt, fand ich das passend. Diese Bezeichnung betrifft aber auch genauso unser Publikum. Jeder hört ja ganz individuell. Im Theatercontainer vermischen sich so also unterschiedlichste Hörerfahrungen.“

Und dann gibt es im Stücktitel auch noch DAS GEHEIMNISVOLLE FLÜSTERN? „Das ist für mich Anknüpfungspunkt an die Traumwelt unserer Geschichte. Träume sind unsichtbar und können nur durch die leisen Töne, die sie machen, entdeckt und dann geträumt werden. Der Traum mit seinen Bildern entsteht dann im Kopf jedes einzelnen. So verstanden wäre dann ein Hörspiel eine Art Wachtraum. ‚Jeder Traum hat seine eigene Musik‘, sagt der Traumriese.“ 

‚Knochenknackerriese‘ oder ‚Menschenpresser‘

Die Schauspielerin Nadine Schwitter und der Posaunist Matthias Muche lassen diese Geschichte im Theatercontainer lebendig werden. Sebastian Bauer beschreibt, was ihn an dieser besonderen Besetzung so fasziniert: „Mich interessiert das Spielen eines Instruments auf der Bühne auch als szenischer Vorgang. Der Posaunist Matthias Muche zeichnet sich durch eine große Vielseitigkeit aus. Er spielt seine Posaune in zum Teil sehr unkonventioneller Art und Weise, manchmal sogar nur auf einzelnen Bauteilen des Instruments. In diesen Momenten wird das Spiel dann wirklich zur Szene. Nadine Schwitter ist wiederum eine wunderbare, nicht weniger vielseitige Schauspielerin und vor allem auch sehr musikalisch. Mit Musik die Geschichte erzählen und mit dem Text musizieren: Das wollen wir gemeinsam versuchen.“ 

Fragt man Sebastian Bauer, ob es für ihn musikalische Lieblingsmomente im Stück gibt, berichtet er folgendes: „Wenn Matthias seine Posaune mit einem Mundstück eines Saxophons spielt und der Klang durch ein angeschlossenes Rohrsystem seinen Weg findet, dann ergibt sich ein zweistimmiges Pfeifen und ich kann manchmal überhaupt nicht richtig orten, wo die einzelnen Töne herkommen. Das gefällt mir außerordentlich gut. Aber auch die klangliche Darstellung der verschiedenen Riesen ist toll. Namen wie ‚Knochenknackerriese‘ oder ‚Menschenpresser‘ laden zur musikalischen Charakterisierung ja geradezu ein.“

 

SOPHIE UND DAS GEHEIMNISVOLLE FLÜSTERN DIESER WELT läuft ab Samstag, 14. April 2018 im mobilen Theatercontainer am Opernhaus. Mehr Informationen, weitere Aufführungstermine und Eintrittskarten gibt es HIER.

 

 

Text: Angela Merl

Foto: Thilo Beu